GVO-freie Fütterung: Trend oder Zukunftsstandard?

GVO-freie Fütterung zu realisieren bringt viele Herausforderungen mit sich

Das Geschäft mit gentechnikfreien Produkten boomt. Nach einer Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aus dem Jahr 2014 beziehen 67% der Verbraucher das Kriterium „gentechnikfrei“ in ihre Kaufentscheidung von Milcherzeugnissen ein.

 

Trends in Handel und Konsum

Der Handel erkannte diesen Trend und setzt in seinen Eigenmarken bereits seit 2010 zunehmend auf Milchprodukte „ohne Gentechnik“. Diese gestiegene Nachfrage zeigt sich auch in den Molkereien. FrieslandCampina, Bauer, Zott oder Humana setzen in ihren Produkten bereits heute auf das Siegel „ohne Gentechnik“ um den Verbraucherwunsch nach Gesundheit und Transparenz in der Lebensmittelproduktion nachzukommen. Weitere Molkereien z.B. Sachsenmilch in Leppersdorf schließen sich 2018 an. Inwieweit sich der Trend zum Konsum gentechnikfreier Produkte in den Köpfen der Verbraucher verankert, ist nur schwer abzusehen. Tatsache ist das bereits heute 7 von 10 Verbrauchern großen Wert auf die Produktion GVO-freier Milch legen. Eine Tendenz, die durch die zunehmende Unsicherheit der Bevölkerung, in Hinblick auf eine gewisse Intransparenz außereuropäischer Länder, weiter anhalten bzw. noch steigen wird. Ein Trend, der sich in den nächsten Jahren demnach durchaus zum gesetzlichen Standard entwickeln könnte.

 

Herausforderungen GVO-freier Fütterung

– Rapsextraktionsschrot als günstigste Alternative?

Die Umsetzung, des von den Molkereien beschlossenen Vorhabens, obliegt am Ende jedoch dem Landwirt. Während die Umstellung zur Gentechnik-freien Fütterung in Grünlandgebieten, wie z. B. im Alpenvorland oder im Allgäu, zumeist wenig Probleme bereitet, ist sie auf Betrieben in Ackerbaugebieten meist mit größerem Aufwand verbunden. Im Fokus der angepassten Rationsplanung steht vor allem der Ersatz von importiertem Sojaextraktionsschrot (SES). Als GVO-freie Ersatzmöglichkeiten stehen eine Reihe von einheimischen Proteinalternativen wie z.B. Rapserzeugnisse, Körnerleguminosen, Biertreber oder Getreidetrockenschlempe zur Verfügung. Dabei kann Rapsextraktionsschrot (RES) unter ökonomischen und ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten sowie der mengenmäßigen Verfügbarkeit als die günstigste Alternative angesehen werden. Verschiedene Fütterungsversuche deutscher Forschungsanstalten zeigten, dass bei einem Ersatz von SES durch RES unter Versuchsbedingungen gleichwertige Milchleistungen und Milchinhaltsstoffe sowie niedrigere Milchharnstoffgehalte erzielt werden können.

 

Ist eine Futterpreissteigerung unvermeidbar?

Wissenschaftler sehen das Problem jedoch nicht in der Möglichkeit einer gentechnikfreien Fütterung, sondern vielmehr in der flächendeckenden Verfügbarkeit GVO-freier Futterkomponenten. Schon heute ist die Anbaufläche von Raps in Deutschland nahezu erschöpft. Demnach dürfte sich der Preis/dt Raps bei einer weitestgehenden Umstellung auf eine gentechnikfreie Fütterung rasant entwickeln, sodass Landwirte aus ökonomischer Sicht gezwungen sein werden auf unkonventionelle Alternativen zurückzugreifen.
In diesem Zusammenhang sind vor allem Nebenerzeugnisse der industriellen Verarbeitung, wie Biertreber und Schlempen, aber auch der Einsatz einheimischer Körnerleguminosen, wie Ackerbohnen, Luzerne und Rotklee zu berücksichtigen. Im Entscheidungsprozess spielt letztendlich vor allem die Verfügbarkeit und auch die Kombinationsmöglichkeit mit RES eine tragende Rolle.

 

Hilfe bei der Rationsumstellung

Die Rationsumstellung auf eine GVO-freie Fütterung stellt Betriebe vor neue Herausforderungen. Gerade der Einsatz von neuen Futterkomponenten, wie Biertreber, Schlempen oder Pülpen erfordert vom Landwirt einen gewissen Mut, auch einmal neue Wege zu gehen und Dinge auszuprobieren. Unser Fütterungsassistent fodjan smart feeding hilft dabei, eine passende und kosteneffektive Ration zu finden. Kommen Sie gern auf uns zu – wir unterstützen gern bei der Erhaltung einer gesunden und nachhaltigen Fütterung.

 


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Titelbild im Original: Health Gauge

Publiziert am 13. September 2017 um 11:00 Uhr

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